Brand in Wohnhaus

Ein 80-jähriger Mann ist bei einem Wohnungsbrand in Harburg (Landkreis Donau-Ries) ums Leben gekommen. Zur Brandursache hat die Polizei schon eine Vermutung.

Am Tag nach dem tödlichen Brand in Harburg ist die Polizei damit beschäftigt, die Ursache zu ergründen. Nach derzeitigen Erkenntnissen brach das Feuer im Dachgeschoss des Hauses in der Altstadt aus, möglicherweise in der Nähe des Kamins und des Stromanschlusses. Deshalb geht die Kripo im Moment auch davon aus, dass ein technischer Defekt oder unglückliche Umstände den Brand auslösten. Im Laufe des Samstags wird das Gebäude in Augenschein genommen.

Größere Katastrophe verhindert

So viel ist klar: Die Feuerwehr konnte am späten Freitagabend in der Harburger Altstadt gerade noch eine größere Brandkatastrophe verhindern. Die beiden jeweils dreistöckigen Häuser, die zerstört wurden, sind direkt aneinander gebaut. Der Brand in dem Gebäude Egelseestraße 9/11, das der Harburger Häuserchronik zufolge fast 350 Jahre alt sein dürfte, brach wohl im Bereich des zweiten Obergeschosses aus, in dem der 80-Jährige wohnte. Der Besitzer des Nachbarhauses – dieses gehört einem Rentner-Ehepaar – bemerkte das Feuer zufällig und schlug gleich Alarm.

Als die Harburger Feuerwehr wenige Minuten später eintraf, sah es laut Kommandant Christoph Schmidt zunächst nach einem Schwelbrand aus. „Wir wussten, dass sich zwei Personen in dem Gebäude befinden“, so Schmidt. Nach denen habe man sofort mit zwei Trupps mit schwerem Atemschutz gesucht. Die Haustür war nicht versperrt. Im ersten Stock trafen die Einsatzkräfte auf einen der Bewohner. Der 74-Jährige ist gehbehindert und hatte das Feuer noch gar nicht bemerkt. Die Feuerwehrleute holten ihn im Rollstuhl aus dem Haus.

Das zweite Obergeschoss war Schmidt zufolge bereits völlig verraucht. Die Helfer brachen die Wohnungstür auf, um in die Räume zu gelangen. Der ebenfalls alleinstehende 80-Jährige lag leblos im Flur seiner Wohnung. Die Einsatzkräfte trugen ihn ins Freie und starteten mit dem Roten Kreuz umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Die hatten jedoch keinen Erfolg. Vermutlich war der Rentner erstickt.

Während sich diese dramatischen Szenen abspielten, zeichnete sich nach Angaben des Kommandanten ab, dass der Brand größere Ausmaße annimmt: „Wir sahen die Flammen am Dach und dann ging es ruckzuck.“ Innerhalb weniger Minuten brannten die Dachstühle beider Häuser lichterloh.

Die Situation sei „ganz kritisch“ gewesen, schildert Schmidt: „Die enge Bebauung in der Altstadt ist in so einem Fall sehr schwierig.“ Soll heißen: Die umliegenden Gebäude stehen jeweils nur knapp einen Meter entfernt von den brennenden Häusern – auf der einen Seite eine Schreinerei, auf der anderen Seite ein großes, ebenfalls historisches Wohnhaus. Die Feuerwehr holte die Bewohner – ein knappes halbes Dutzend Personen – aus den Gebäuden und versuchte, ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Dies gelang laut Schmidt. Von Vorteil seien die schneebedeckten Dächer gewesen. Durch umsichtiges Handeln habe man die Drehleiter der Wemdinger Feuerwehr so platzieren können, dass diese effektiv eingesetzt werden konnte – ein entscheidender Faktor beim Löscheinsatz.

150 Feuerwehrleute im Einsatz

Rund 150 Feuerwehrleute aus Harburg, Hoppingen, Großsorheim, Wemding und Ronheim waren vor Ort. Auch Spezialisten des Technischen Hilfswerks wurden benötigt. Sie begutachteten die Statik der Gebäude und bauten Metallstützen ein, damit sie betreten werden können. Die letzten Kräfte rückten erst um 8 Uhr morgens wieder ab. Zuvor holten sie zusammen mit dem Besitzer eine Reihe von exotischen, in Terrarien gehaltenen Tieren aus dem angebauten Nachbarhaus, darunter einen großen Leguan und eine Schlange. Die blieben dem Vernehmen nach unversehrt. Die beiden Häuser sind dagegen weitgehend zerstört. Das Ehepaar kam bei Verwandten unter.

Interessant: Vor etwa zwei Jahren brannte es in der Wohnung des 80-Jährigen, der jetzt starb, schon einmal. Damals führte ein Kurzschluss an einem Aquarium zu einem Zimmerbrand.

(Bericht und Bild: Donauwörther Zeitung)

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