Starkregen setzt 41 Keller unter Wasser

Wemding 29.07.2019

In Wemding schüttet es am Sonntag wie aus Kübeln. Dies beschert Hausbesitzern und Feuerwehr mächtig Arbeit.

Ein überschwemmter Keller ist für Sonja Hoinle nichts Neues. Jedes Jahr ein- bis zweimal gelangt bei starkem Regen Wasser in die Räume. So etwas wie am Sonntag hat die Bewohnerin eines Anwesens in der Altstadt aber schon lange nicht mehr erlebt. Das Wasser quoll aus der Wand und aus Gullys und strömte über Lichtschächte ins Gebäude: „Das war Wahnsinn.“ Mehr als kniehoch waren die Fluten. Und was noch ungewöhnlicher sei: Nach einem ersten Gewitter samt Starkregen gegen 13 Uhr schüttete es zwei Stunden später nochmals derart, dass sich das Schauspiel wiederholte: „Wir hatten gerade die ersten Räume trocken, als es wieder losging.“

Mächtig Arbeit für die Feuerwehr
Das Wetterereignis bescherte nicht nur zahlreichen Hausbesitzern, sondern auch der Feuerwehr mächtig Arbeit. Kurz nach 13 Uhr ging bei der Leitstelle in Augsburg der erste Notruf ein. „Dann kam ein Anruf nach dem anderen“, schildert Christian Brunner-Hauck, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wemding. Die benötigte Unterstützung aus dem umliegenden Orten. So waren auch Kameraden aus Amerbach, Gosheim und Fünfstetten vor Ort. Insgesamt waren es rund 80 Kräfte.

Im Laufe des Nachmittags kamen laut Brunner-Hauck 41 Einsätze zusammen. Deshalb wurde unter Leitung von Kreisbrandmeister Bernhard Mayer im Wemdinger Feuerwehrhaus eine mit drei Personen besetzte Einsatzzentrale eingerichtet, welche die Einsätze koordinierte.

Schwerpunkt lag südlich der Altstadt
Der Schwerpunkt des Starkregens lag offenbar südlich der Altstadt. Dort wurden laut Brunner-Hauck zwischen 80 und 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Überflutete Keller gab es unter anderem in der St.-Gundekar-Straße, im Lommersheimer Weg, im Schießstattweg, in der Ludwig-Thoma-Straße, am Kugelplatz, im sogenannten Blumenviertel, in der Harburger Straße und – was für manchen Gebäudebesitzer neu war – in der Bahnhofstraße. Auch zum Rewe-Markt, zur Anton-Jaumann-Realschule und zum Kreisseniorenheim wurden die Feuerwehrleute gerufen. Kurzzeitig unter Wasser standen auch ein Teil des Schießstattwegs und des Marktplatzes.

Über den Umfang der Schäden hat die Feuerwehr keine Erkenntnisse. Die Mehrzahl der Betroffenen war wohl durch vorangegangene Ereignisse dieser Art – zuletzt hatte es 2013 in Wemding so geschüttet – sensibilisiert. Soll heißen: In den Kellerräumen befinden sich keine wasserempfindlichen Gegenstände oder sie sind höhergestellt. Das ist auch bei der Familie Hoinle so. Dennoch erreichten die Fluten dieses Mal zum Beispiel die Waschmaschine. Dabei hatte es im Bereich der Altstadt „nur“ gut 50 Liter je Quadratmeter geregnet.

Bürgermeister Martin Drexler dankte am Tag nach den Überschwemmungen den Einsatzkräften unter Führung von Kreisbrandmeister Mayer.

Wegen des Regens wurde – wie gemeldet – auch das Fußballspiel des TSV Wemding gegen den Sportclub D.L.P. abgesagt.

(Bericht: Donauwörther Zeitung)

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