Fest- und Ehrenabend

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!

Die Freiwillige Feuerwehr Wemding beginnt mit einem Festakt ihr
150. Gründungsjubiläum und ehrt langjährige Mitglieder

„Vor 150 Jahr‘, da eine kleine Bürgerschar, die Feuerwehr hat begründet“ so könnte es durchaus dieses Jahr in Wemding heißen, denn hier begeht die im Jahr 1864 gegründete Freiwillige Feuerwehr ihr 150. Gründungsjubiläum. Den  Auftakt dieses Jubiläums bildete vergangenes Wochenende dabei das Totengedenken verbunden mit einem feierlichen Festakt in der Stadthalle.

An einem wunderschönen Frühlingstag zogen die Feuerwehren von  Wemding und Amerbach besinnlich zusammen mit den Fahnenabordnungen der Feuerwehren aus der gesamten Verwaltungsgemeinschaft zum Friedhof um dort der verstorbenen Feuerwehrleute der langen 150-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr zu gedenken. Vor einer abendlichen Kulisse legte man den Kameraden am Kriegerdenkmal einen Trauerkranz nieder und schmückte ihre Gräber mit Blumen, ehe man im Anschluss daran in der Stadtpfarrkirche „St. Emmeram“ einen ökumenischen Gottesdienst feierte, der von den Wemdinger Pfarrern Wolfgang Gebert, Monsignore Heinrich Weiß und Horst Kohler zelebriert wurde. Der Gottesdienst schloss mit Gottes Segen und dem Segen, den die Festdamen der Freiwilligen Feuerwehr auch für fünf neue Fahnenbänder, welche die Verbundenheit des Vereins mit ihren Verstorbenen und ihren Kameraden symbolisieren, erbaten.

Anschließend nahm ein stolzer Festzug am Markplatz Aufstellung zum Abmarsch in die festlich geschmückte Stadthalle, wo der Festakt stattfand. Festausschussvorsitzender Kreisbrandmeister Bernhard Mayer konnte neben vielen Feuerwehrkameraden auch die kirchlichen Würdenträger und die politischen Vertreter der Stadt begrüßen. Allen voran den Ehrenbürger Monsignore Herbert Lang zusammen mit dem ersten Bürgermeister der Stadt Wemding Dr. Martin Drexler und dem Landrat des Landkreises Donau-Ries Stefan Rößle. Aber natürlich auch die Spitze der Landkreisfeuerwehren, Kreisbrandrat Rudolf Mieling und Kreisbrandinspektor Heinz Mayr, waren zu diesem besonderen Anlass nach Wemding gekommen.

Inmitten aller Ehrengäste und seiner Heimatfeuerwehr befand sich auch der Schirmherr des Jubiläums Ehrenkreisbrandrat Bernhard Meyr, der in seiner Festansprache einen Rückblick auf 150 Jahre Geschichte der Wemdinger Feuerwehr gab. Er gratulierte zunächst der Wemdinger Feuerwehr zum Jubiläum und hob dann die Leistung der Kommandanten hervor, die in zum Teil schwierigen Zeiten vorausgingen und mit Weitsichtigkeit zusammen mit den Verantwortlichen der Kommune den Verein und den technischen Fortschritt der Feuerwehr voran brachten. Voller Stolz berichtete er von Kommandanten wie Ambros Meyr, der vor genau 100 Jahren die Feuerwehr führte, und dem kürzlich verstorbenen Ehrenkommandanten Andreas Stöckle, der über ein viertel Jahrhundert lang die Feuerwehr formte und eine ganze Generation prägte. „Helfen in Not ist und bleibt unser Gebot! – Diesen Appell richtete der Schirmherr abschließend an seine Feuerwehrkameraden.

Bürgermeister Dr. Martin Drexler griff diesen 150 jährigen Entwicklungsprozess auf und blickt auf das, was heute daraus entstanden ist – eine moderne Feuerwehr! Im digitalen Zeitalter in dem die Feuerwehrleute nicht mehr allein nur mit Schlauch und Strahlrohr vorgehen, sondern mit Hightech Pumpenbedienständen, Wärmebildkamera, Digitalfunk sowie hydraulischen und pneumatischen Rettungsgeräten ein weites Spektrum wichtiger Aufgaben erfüllen.

Kreisbrandrat Rudolf Mieling überbrachte die Glückwünsche der Kreisbrandinspektion und hob dabei die Vorbild-funktion der langjährigen Feuerwehrmänner aus Wemding hervor. Er bedauerte, dass es in unserer schnelllebigen Zeit keinesfalls mehr selbstverständlich ist, sich freiwillig und uneigennützig in den Hilfsorganisationen zu engagieren.

Wie wichtig die Freiwillige Feuerwehr Wemding  auch für den Landkreis ist, brachte Landrat Stefan Rößle zum Ausdruck. Weit über ihre Ortsgrenzen hinaus sei die Stützpunktfeuerwehr tätig und beherbergt und betreut in ihrem Feuerwehrhaus auch eine der kreiseigenen Atemschutzpflegestellen und den Schlauchwagen SW 2000 des Katastrophenschutzes. Dies alles sei nur möglich, wenn alle, jung wie alt, an einem Strang ziehen.

Der Vorstand der Patenwehr Karl Strauß betonte, dass es für die Ortsteilfeuerwehr Amerbach eine Ehre sei, bei diesem besonderen Jubiläum Pate sein zu dürfen. „Trotz aller Schwierigkeiten in der Vergangenheit – zwei  verschiedene Landkreise – zwei Weltkriege – zwei Währungsreformen – wir waren immer eine Pfarrei und die Feuerwehren waren stets miteinander verbunden.“ so Strauß. Für eine Dorffeuerwehr sei es beruhigend zu wissen, in Nachbarschaft einen starken Partner zu haben, mit dem man in jeder Notlage rechnen kann.

Die Übergabe der gesegneten (Fahnen- und) Patenbänder übernahmen in Versform die Festdamen in ihren festlichen Kleidern und die Fahnenbräute aus Amerbach.  „In treuer Nachbarschaft verbunden, geht Amerbach mit Wemding Hand in Hand. Die Patenschaft nach altem Brauch ist Sitte, am schönen Rieser Rand“. So hießes, ehe sie auch das Trauer-, Schirmherrn- und ihr Festdamenband überreichten und an die Fahne hefteten.

Der Höhepunkt des Festaktes war zweifelsohne die Ehrung langjähriger Feuerwehrmitglieder. Mitglieder, die sich zum Teil bereits weit über ein halbes Jahrhundert in der Feuerwehr engagieren und dem Verein treu geblieben seien, so Kommandant Christian Brunner-Hauck. Gleichzeitig ernannte er auch vier Feuerwehrkameraden zu Ehrenmitgliedern, die sich bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Altersgrenze stets aktiv im Feuerwehrdienst einbrachten und sich um das Wohlergehen ihrer Mitmenschen und Kameraden einsetzten. Kreisbrandrat Rudolf Mieling und Kreisbrandinspektor Heinz Mayr würdigten bei diesem feierlichen Anlass auch verschiedene Wemdinger Feuerwehrleute mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande, das für 25- und 40-jährige Dienstzeit vom Staatsministerium des Innern verliehen wird.

Ausklang fand der Abend ganz nach dem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe“ Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.“, mit dessen Worte man in Richtung der weiteren Festtage im Sommer und auf weitere 150 Jahre mitmenschlichen Einsatzes der Feuerwehrleute blicken durfte.

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